
Politische Bildung
Sozialkahlschlag, unbezahlbare Mieten, niedrige Löhne.
Wer versteht, warum die Dinge sind, wie sie sind,
kann sich mit anderen zusammenschließen, um sie zu ändern.
Projekt: Politische Bildung
Ob Pflegenotstand, unbezahlbare Mieten, stagnierende Löhne oder Klimakrise – aus Politik und Medien kommen fast immer dieselben Antworten: „Dafür ist kein Geld da." „Wir müssen uns alle wieder mehr anstrengen." „Konsumier halt nachhaltiger." Letztlich heißt das nichts anderes als: „Ändern lässt sich wenig. Und wenn doch, dann musst du es allein schaffen.“
Aber das ist falsch! Der Grund?
Seit den 1970er Jahren hat sich eine bestimmte Sicht auf Wirtschaft und Gesellschaft durchgesetzt, die als Neoliberalismus bezeichnet wird: Demzufolge sollen möglichst alle gesellschaftlichen Bereiche dem Konkurrenzkampf auf dem Markt überlassen werden – ein starker Sozialstaat und eine gute öffentliche Versorgung bremsen nur.
Diese neoliberalen Ideen sind nicht von allein dominant geworden. Finanzstarke Stiftungen, Institute und Think Tanks haben sie nachweisbar über Jahrzehnte verbreitet – in Redaktionen, Ministerien und Schulen hinein. Und sie nützen vor allem denen, die ohnehin schon sehr viel besitzen: den extrem Reichen.
Mittlerweile leben 184 Milliardär:innen in Deutschland – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Allein seit 2015 sind 54 dazugekommen. Für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung heißt es dagegen: sparen. Für nichts ist Geld da – weder für Schulen noch für Gesundheit noch für höhere Löhne.
Das Problem: 50 Jahre Neoliberalismus haben deutliche Spuren in unseren Köpfen hinterlassen. Wir kommen kaum noch auf die Idee, dass wir uns gemeinsam gegen die Angriffe von oben wehren können. Wir haben vergessen, dass es eine Zeit gab, in der wir den 8-Stunden-Tag, einen starken Sozialstaat und gute Löhne erkämpft haben – zusammen.
Was wir tun:
Unser Ziel ist es, die Menschen daran zu erinnern, dass wir sehr wohl in der Lage sind, eine lebenswerte Gesellschaft für alle zu erkämpfen – eine, in der niemand zurückgelassen wird.
Dafür betreiben wir Aufklärungsarbeit, online über Blog und Social Media sowie vor Ort: in Fußgängerzonen und Stadtteilen, wo wir direkt mit den Leuten ins Gespräch kommen und Infomaterialien verteilen. Dabei legen wir besonders Wert darauf, ohne großes Theorievokabular auszukommen und klar und verständlich zu kommunizieren.
Doch das ist Schwerstarbeit, die wir nicht allein schaffen können – wir müssen viele werden. Dafür brauchen wir dich!
Mach mit!
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Unterstütze uns am Infostand. Komm mit Menschen ins Gespräch, hör ihnen zu und überleg mit ihnen gemeinsam, wie wir die Probleme lösen können.
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Hintergrund
Unser Ansatz geht auf Antonio Gramsci zurück. Der italienische Denker wurde 1926 unter Mussolinis faschistischer Herrschaft verhaftet und schrieb im Gefängnis seine berühmten Gefängnishefte.
Ihn beschäftigte eine Frage, die auch uns umtreibt: Warum halten sich große Ungerechtigkeiten so hartnäckig, ohne dass sich nennenswerter Widerstand regt?
Seine Antwort: Herrschaft stützt sich weniger auf staatlichen Zwang als auf allgemeine Zustimmung durch das Volk. Wer Einfluss auf Medien, Schulen und Kultur hat, prägt mit, was die Menschen in der Gesellschaft als normal und selbstverständlich halten. Und was normal wirkt, wird selten hinterfragt.
Pessimistisch war Gramsci deshalb nicht – im Gegenteil. Er war überzeugt, dass in jedem Menschen ein kritischer Kern steckt. Einer, der aus der eigenen Alltagserfahrung stammt und sich durch Bildung und gemeinsames Nachdenken entfalten lässt.
Genau daran arbeiten wir.
